09. Januar 2021

Der BLVN begrüßt Handlungsspielräume für die BBSen

Stellungnahme des BLVN zu den Entscheidungen des MK vom 05.01.2020

Der Lockdown in Deutschland wird aufgrund der weiterhin hohen Infektionszahlen verlängert werden müssen. Damit ändern sich auch die Voraussetzungen, unter denen die Schulen nun den Unterricht ab dem 11.01. gestalten können.

Der BLVN begrüßt es, dass der Minister nach den Irritationen unmittelbar vor den Weihnachtsferien frühzeitig vor Unterrichtsbeginn einen Plan vorgestellt hat, wie es weitergehen sollte. Die Verbände sind dafür rechtzeitig eingebunden worden. Hierbei sind viele Empfehlungen des BLVN aufgegriffen worden, u.a. Rücksichtnahme auf pädagogische Besonderheiten in verschiedenen Schulformen der BBSen und die damit verbundene Gestaltungsfreiheit der Schulleitungen. Dies unterstützt der BLVN ausdrücklich. Zu den Maßnahmen im Einzelnen:

Ab dem 11.01.2020 war an den berufsbildenden Schulen ursprünglich ein Unterricht im „Szenario B“ geplant – stattdessen wird nun der Unterricht situationsbedingt im „Szenario C“ stattfinden, d.h. also im Distanzlernen. Hiermit wird für das gemeinsame Ziel der Pandemiebekämpfung ein gemeinsamer Weg für die BBSen vorgegeben. Es gibt allerdings sinnvolle Ausnahmen: Der Abiturjahrgang soll weiterhin im Szenario A unterrichtet werden, wobei Klassen bzw. Kurse ab 16 Schülern/innen geteilt werden und auf mehrere Räume verteilt werden. Da die Schulen ja relativ leer sind, dürfte das die BBSen vor keine größeren Hindernisse stellen. Wichtige Klausuren dürfen unabhängig vom Szenario in der BBS geschrieben werden – es muss jedoch darauf geachtet werden, dass nie mehr als 16 Schüler/innen zusammen in einem Raum sitzen.

Abschlussklassen der Berufsschule sollen im Szenario B beschult werden können, wenn dies dringend geboten erscheint. Darüber hinaus sollen die BBSen selbständig entscheiden dürfen, eine bestimmte Schulform – z.B. die Berufseinstiegsschule – im Szenario B zu beschulen, wenn dies pädagogisch notwendig oder zumindest geboten erscheint.

Der Berufsschullehrerverband Niedersachsen begrüßt dieses abgestufte Maßnahmenpaket, das einerseits den grundsätzlichen Wechsel in das Szenario C vorsieht, das andererseits den BBSen aber auch genügend Spielraum für eigenständige Entscheidungen vor Ort lässt.

Der BLVN fordert seit langem, dass den Kolleginnen und Kollegen FFP2-Masken zur Verfügung gestellt werden. Auch hier war der Druck des BLVN erfolgreich: Der Minister hat in der Videokonferenz mit den Vorsitzenden der Lehrkräftegewerkschaften klar gemacht, dass alle Schulen diese FFP2-Masken aus den Mitteln des 45-Millionen-Pakets bestellen können und sollen, das den Schulen bereits im November 2020 zur Verfügung gestellt wurde. Er reagierte mit völligem Unverständnis darauf, dass einige Schulträger ihren Schulen dieses Geld noch immer nicht zur Verfügung gestellt haben. Seiner Aussage sollten die Schulen darauf bestehen, aus diesem Topf Anschaffungen heraus tätigen zu können, da dieses Geld ohne Wenn und Aber zur Verfügung steht und den Schulträgern auch klar ist, wofür diese Mittel ausgegeben werden dürfen. Der BLVN begrüßt es ausdrücklich, dass hier erstmals dezidiert die Anschaffung der FFP2-Masken ermöglicht wird und fordert die Schulträger dringend auf, die entsprechenden Mittel endlich frei zu geben. Wenn diese Gelder erst in vielen Wochen ausgezahlt werden sollten, nutzen sie keinem mehr. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.