02. November 2020

„Shutdown-Light“ und neue Corona-Verordnung für die Schulen

„Shutdown-Light“ und neue Corona-Verordnung für die Schulen

Die Bundesregierung hat gestern zusammen mit den Ministerpräsidenten der Länder erneut eine strenge Kontaktbeschränkung beschlossen. Seit einiger Zeit beobachten wir eine stark zunehmende Zahl an Infektionen, wobei die Zunahme in den letzten 14 Tagen geradezu schwindelerregend hoch war. Am 30.10.2020 betrug die dem RKI gemeldete Zunahme an Neuinfektionen 18681 Fälle – das sind rund dreimal so viele wie zu dem Zeitpunkt im Frühjahr, als es den ersten Shutdown gab. Diese untragbare Zunahme an Neuinfektionen hätte unser Gesundheitssystem innerhalb weniger Wochen an die Grenze des Zusammenbruchs gebracht. Bereits heute ist es in einigen Kreisen den Gesundheitsämtern nicht mehr möglich, die Infektionsketten zurück zu verfolgen, sodass es nur noch eine Frage der Zeit gewesen wäre, bis die Pandemie endgültig außer Kontrolle geraten wäre. In dieser Situation war es zwingend, drastische Maßnahmen zu ergreifen, um die Ausbreitung des Virus nachhaltig zu bremsen. Diese Maßnahmen wurden nun beschlossen und müssen in den Ländern nun noch in die landeseigenen Corona-Richtlinien eingearbeitet werden.

Der Berufsschullehrerverband Niedersachsen ruft alle dazu auf, diese Maßnahmen umzusetzen und die Regierung dabei zu unterstützen die Pandemie einzudämmen. Die Maßnahmen sind hart, aber sie sind tragbar und sinnvoll. Wir bitten alle von Herzen, besonnen zu sein, besondere Vorsicht an den Tag zu legen und damit sich selbst und andere zu schützen. Es ist wichtig dabei zu sehen, dass Freiheit auch immer die Freiheit anderer ist und unser verantwortungsvolles Handeln insbesondere die Schwächeren schützt.

Unmittelbar nach den Ferien hatte der BLVN noch scharf kritisiert, dass eine Mund-Nasenbedeckung im Klassenraum ab einer Inzidenz von 50 lediglich empfohlen wurde. Hier hat sich die beharrliche Arbeit des BLVN ausgezahlt: Das Kultusministerium hat nun darauf reagiert und eine neue Verordnung erlassen, die ab dem 01.11.2020 gilt. Diese Verordnung ist durchdacht, nachvollziehbar und trägt der Situation angemessen Rechnung. Ab einer Inzidenz von 50 muss nun in den berufsbildenden Schulen zwingend eine Mund-Nasenbedeckung getragen werden und ab einer Inzidenz von 100 und einer durch das Gesundheitsamt angeordneten Infektionsschutzmaßnahme wechseln die BBS vom Szenario A in das Szenario B. Der hiermit eingeschlagene Weg ist aus der Sicht des BLVN der Richtige.

Wir warten nun darauf, dass das Kultusministerium auch die anderen geforderten Maßnahmen umsetzt: Die Unterstützung bei der Einführung zusätzlicher Lüftungsgeräte in den Klassen, ein Konzept für ein inzidenzangemessenes Corona-Testszenario an BBS mindestens für alle Lehrenden unter Übernahme der Kosten durch das Land Niedersachsen, die kostenfreie Versorgung der Kolleginnen und Kollegen mit einem Mund-Nasenschutz, sofern er verpflichtend zu tragen ist und die Anerkennung der Ansteckung mit Covid19 als Dienstunfall, wenn in den unterrichteten Klassen zum Zeitpunkt der Ansteckung ein Covid19-Fall aufgetreten ist.