18. März 2021

Selbsttest an Schulen sind äußerst kritisch zu betrachten

Die grundsätzlich Idee mag ja durchaus richtig sein, aber wie so oft ist bei der Umsetzung nicht zu Ende gedacht worden. Auch die Rundverfügung vom 17.03.2021 zu den Schnelltests an Schulen ist da wenig hilfreich. Zum einen – und das ist der wichtigste Punkt – sind die Tests noch gar nicht in den Schulen angekommen. Wir sind auch nicht damit einverstanden, dass diese Tests in den Klassenräumen stattfinden sollen: In jeder Apotheke, in der ein Schnelltest vorgenommen wird, muss ein extra Raum dafür zur Verfügung stehen – in Schulen sollen die Tests aber unter der Anleitung der Lehrkräfte stattfinden, alle Schülerinnen und Schüler sich gemeinsam die Maske abnehmen und den Test an sich selbst vornehmen. Dabei wird mit Speichel und Nasensekreten gearbeitet, was für die Lehrkräfte potentiell gesundheitsgefährdend ist. Das widerspricht allen Hygienevorschriften, die für Schulen erlassen wurden. Insbesondere in den Klassen mit Schülerinnen und Schülern, die zugewandert sind und noch Probleme mit der deutschen Sprache haben, wird die Durchführung des Selbsttests besonders schwierig werden. Darüber hinaus sind die Schülerinnen und Schüler unter dem zeitlichen Ansatz für das Erklären und das Durchführen des Tests mindestens 30 bis 45 Minuten in der Klasse, bis ein Ergebnis feststeht. Das ist vor dem Hintergrund der Infektiosität der neuen Virusmutation einfach zu lange. Gerade vor diesem Hintergrund wird besonders deutlich, warum die Impfung der Lehrkräfte eine solche hohe Bedeutung hat: Wären alle Lehrkräfte geimpft, sähen wir die Durchführung der Selbsttests an Schulen wesentlich entspannter. Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Grundsätzlich steht der Berufsschullehrerverband Niedersachsen hinter den Schnelltests an Schulen – er muss nur so organisiert werden, dass die Hygieneregeln dabei eingehalten werden können. Die Tests sind auch nur als freiwillige Tests vorgesehen. Das ist besser als nichts, aber es bleibt ein sehr ungutes Gefühl, wenn sich Schülerinnen oder Schüler oder wenn sich Lehrkräfte nicht testen wollen. Darüber hinaus: Für Berufsschulklassen, die lediglich einmal pro Woche in der Schule sind, ist ein Test pro Woche sicherlich hinreichend – aber für die vollzeitschulischen Bildungsgänge und für die Kolleginnen und Kollegen ist ein Test pro Woche deutlich zu wenig.