09. Januar 2021

Nur gemeinsam sind wir stark!

An dieser Stelle richte ich als Landesvorsitzender einmal einen Appell an alle: Die Pandemiezeit ist hart, entbehrungsreich und einengend. Aber dennoch: Hier leidet niemand wirklich Not, wir haben ein Dach über dem Kopf, ein geregeltes Einkommen und eine berufliche Aufgabe – der jedes unserer Mitglieder mit sehr hohem Einsatz nachkommt. Mein erster Dank gilt daher all unseren Kolleginnen und Kollegen, die in den vergangenen Monaten mit hervorragendem Einsatz die Bildung in diesem Land am Laufen gehalten haben, die mit hohem Zeiteinsatz Lösungen für Probleme aus dem Boden gestampft haben, die es bisher noch nicht gab. Ohne diesen Einsatz wären wir nicht so gut durch die vergangenen Monate gekommen, wie wir es tatsächlich aber geschafft haben.

Solche Zeiten zehren bei Vielen an den Nerven. Umso wichtiger ist es, in solchen Zeiten zusammen zu stehen und gemeinsam dafür zu kämpfen, dass diese Zeiten so schnell wie irgend möglich vorüberziehen. Ich bin sicher, dass wir uns dieser Verantwortung alle bewusst sind und entsprechend handeln, dass wir alle gewissenhaft Masken tragen, die Hygienevorschriften einhalten und nicht unnötige Kontakte herstellen, indem wir mit vielen anderen zusammen in ein Mittelgebirge fahren, um Rodeln zu gehen. Bitte machen Sie auch andere darauf aufmerksam, auf solche unnötigen Unternehmungen zu verzichten. Viele unnötige Kontakte treiben die Inzidenzzahlen in die Höhe und führen dazu, dass der Lockdown weiter verlängert werden muss.

Darüber hinaus möchte ich auch einmal eine Lanze für unsere Politiker und auch für unsere Schulleitungen brechen. Mir geht es langsam ziemlich auf die Nerven, wie einige Menschen respektlos miteinander umgehen und z.B. auch unsere Politiker/innen oder unsere Schulleitungen angehen.

Gerade in der Zeit dieser Pandemie habe ich sehr viel mit unserem Kultusministerium zu tun gehabt. Herr Minister Tonne hat in relativ kurzen Abständen immer wieder den Kontakt zu den Verbänden und Gewerkschaften gesucht. Deshalb hat Herr Tonne, hat sein Ministerium in der Zeit der Pandemie trotzdem nicht grundsätzlich so gehandelt, wie ich mir das gewünscht habe - aber ich bin dort die gesamte Zeit über auf offene Ohren gestoßen und auf Menschen, die mit mir zusammen mit aller Kraft darum gekämpft haben, diese Pandemie im Griff zu behalten. Gesteht diesen Menschen doch bitte zu, dass diese Pandemie auch für sie völlig neu ist. Zudem: Wer schon einmal in einer größeren Organisation gearbeitet hat - auch in der Privatwirtschaft - der weiß ganz genau, wie schwierig es ist, zu Lösungen zu kommen, an denen eine große Zahl Menschen gleichzeitig arbeitet. Man muss sich einmal vor Augen halten, dass da auch von außen von vielen Seiten aus verschiedenen Richtungen am Ministerium gezerrt wird: Nicht jeder Verband und jede Interessenvereinigung, die da zu den Entscheidungen des MK Stellung nimmt, zieht dabei in dieselbe Richtung. Wer glaubt, dass da alle gemeinsam am gleichen Ende des Strickes ziehen, der irrt gewaltig. Da gibt es hundert Partikularinteressen und jeder sieht das Problem durch eine andere Brille. Darüber hinaus gibt es da auch noch die Bundesebene, auf der um eine gemeinsame Position gerungen wird. Das macht eine Einigung auf einen gemeinsamen Weg enorm schwierig. Von außen mag mancher denken: Eine Ministerin oder ein Minister haut auf den Tisch und entscheidet - das ist aber nicht so. Einer Entscheidung gehen langwierige Abstimmungsprozesse voraus, bei denen immer ein Konsens gesucht werden muss. Darüber hinaus: Auch dort arbeiten Menschen, die fehlbar sind. Aber noch einmal: In der gesamten Zeit habe ich dort ausschließlich nur aufgeschlossene, zugewandte und lösungsorientierte Damen und Herren erlebt, die mit enormem Einsatz an Zeit und Nerven daran gearbeitet haben, dieses Land am Laufen zu halten. Dafür danke ich Ihnen - und das muss auch einmal gesagt werden. Insbesondere deshalb möchte ich auch noch einmal dazu aufrufen, toleranter und respektvoller miteinander umzugehen.

Dies gilt auch für die Schulleitungen der BBSen in diesem Land, die sich nach Kräften darum bemühen, den Schulbetrieb in diesen fordernden Zeiten aufrecht zu erhalten – gerade auch vor dem Hintergrund sich ständig ändernder Vorgaben. Auch bei Ihnen möchte ich mich im Namen des BLVN einmal sehr herzlich bedanken. Auch die Schulleiterinnen und Schulleiter stecken bei allen Entscheidungen zwischen den Mühlsteinen der sie einengenden juristischen Vorgaben und der Erwartungshaltung an sie, die auch hier aus unterschiedlichen Richtungen an sie herangetragen werden. Ich bitte alle darum, daran zu denken, wenn wir miteinander umgehen. Ein freundlicher Ton im Umgang miteinander macht Vieles einfacher – auch und vor allem in solchen Zeiten wie diesen.