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23. November 2018

Festrede des neuen Vorsitzenden

Hier veröffentlichen wir den Text der Festrede, die der neue Vorsitzende des Berufsschullehrerverbandes Niedersachsen e. V., Ralph Böse, auf der Delegiertenversammlung des Verbandes am 16. November 2018 in Soltau gehalten hat.

Wenn ein Minister die Delegiertenversammlung eines Lehrkräfteverbandes besucht, dann kommt er gewappnet, denn er weiß, dass er keine Lobeshymnen zu erwarten hat. Genau deshalb möchte ich Sie gleich zu Anfang einmal positiv überraschen und Ihnen einmal herzlich im Namen des Berufsschullehrerverbands Niedersachsen danken:
Letzte Woche wurde ein Brief von Ihnen verbreitet, in dem Sie sich hinsichtlich der Denunziantenaktion der AFD ausdrücklich hinter uns stellen. In Ihrem Brief führen Sie aus: Seien Sie versichert, dass Sie bei der verantwortungsvollen Wahrnehmung Ihrer dienstlichen Aufgaben, die Sie tagtäglich an unseren Schulen mit großem Einsatz und Engagement erfüllen, mein volles Vertrauen sowie meine volle Rückendeckung haben. Gerade der Zusatz, dass wir bei der Wahrnehmung unserer Aufgaben nicht nur Ihr Vertrauen, sondern ausdrücklich auch Ihre Rückendeckung haben und Sie uns weiterhin dazu aufrufen, uns in unseren Klassen offensiv gegen Hass, Ausgrenzung und Fake-News zu stellen, ist wohltuend und dafür möchte ich mich bei Ihnen im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen sehr herzlich bedanken.

Mit dieser Rückendeckung von höchster Stelle bei Angriffen der AFD sollten wir uns dienstrechtlich zumindest keine Sorgen mehr machen müssen.
Wir werden weiterhin aufrecht für Demokratie, Meinungsfreiheit und Menschenrechte einstehen und unsere staatstragende Rolle als Lehrkräfte vollumfänglich wahrnehmen. Nach diesem Lob komme ich als Vorsitzender des Berufsschullehrerverbands Niedersachsen allerdings nicht umhin, Ihnen nun auch vorzutragen, wo wir durchaus auch noch solche Rückendeckung erwarten.

Ich komme hier auf Ihren Brief zurück, in dem Sie ganz klar Flagge zeigen und die Verantwortung der Schulen für die Stärkung der Demokratie unterstreichen.
Vorrangiges Ziel beruflicher Bildung ist es, junge Menschen zur kompetenten Ausübung eines Berufes zu befähigen sowie für sie die Voraussetzung zu schaffen, selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Dazu vermittelt die berufliche Bildung Schlüsselqualifikationen im fachlichen, sozialen, medialen und politischen Bereich, wobei vorhandene Kompetenzen gestärkt und weiterentwickelt werde.

Der erstarkende Nationalismus und Egoismus in allen Ländern Europas sowie die stärker werdenden europafeindlichen Tendenzen machen die Aufgabe unsere Schülerinnen und Schüler im sozialen, medialen und politischen Bereich zu kritischen und demokratiebejahenden Menschen heranzubilden immer wichtiger.
Gerade dabei erscheint es geboten, diesen Tendenzen nicht nur auf nationaler Ebene entgegenzutreten, sondern durch einen stärkeren europäischen Austausch, durch das Kennenlernen anderer Länder, Sitten und Gebräuche das Verständnis dafür zu fördern, dass die Welt eben nicht eindimensional, sondern vielschichtig ist und dass diese Vielschichtigkeit interessant, inspirierend und gut ist. Dafür müssen sich die jungen Menschen in Europa gegenseitig kennenlernen. Verständnis und Toleranz füreinander kann man nur lernen, wenn man sich im direkten persönlichen Austausch begegnet. Nur da kann man erfahren, dass Zusammenarbeit keine Gefahr darstellt, sondern im Gegenteil elementar wichtig ist und dass diese europäische Zusammenarbeit für den Erfolg des europäischen Modells existenziell wichtig ist.

Wo könnte so ein Austausch besser gelingen als dort, wo man sich über eine gemeinsame Berufsausbildung kennenlernen kann. Das Erasmus+ Programm ist hierbei in der Tat ein hervorragendes Programm, mit dem der europäische Austauschgedanke auch an berufsbildenden Schulen umgesetzt werden kann. Spricht man mit Lehrkräften, die einen solchen Austausch bereits mitgemacht haben, sprechen sie alle davon, wie bereichernd und wertvoll diese Erfahrung für sie selbst, vor allem aber für ihre Schülerinnen und Schüler gewesen ist. Die Beantragung, die Vorbereitung und die Durchführung eines solchen Austausches sind allerdings zeitintensiv und von einem enormen Aufwand geprägt.

Sehr geehrter Herr Minister: Wir bitten Sie deshalb ganz herzlich darum, den Schulen, die sich dem heute so besonders wichtigen europäischen Gedanken verschrieben haben, die entsprechenden Ressourcen bereitzustellen, damit sich auch in Zukunft genug Lehrkräfte finden, die bereit sind, sich für ihre Schülerinnen und Schüler an diesem wertvollen Programm zu beteiligen.

Nun zu einem anderen drängenden Problem, dem mangelnden Nachwuchs an berufsbildenden Schulen. Im Moment wird nicht einmal die Hälfte des Nachwuchses ausgebildet, den wir als Bedarf haben – und man muss sich fragen, warum das so ist. Die Antwort ist einfach: Da wir eine freie Berufswahl haben, ist unser Beruf einfach nicht attraktiv genug. Die Gründe dafür sind vielfältig:

Fangen wir mal bei der Bezahlung an: Bereits im Jahr 2005 strich man den Beamten in Niedersachsen per Federstrich das Weihnachts- und das Urlaubsgeld. Damals mit dem Hinweis, dass die Beamten damit einen Beitrag zur Sanierung des desolaten Landeshaushalts leisten müssten – rein temporär natürlich – und dass die Maßnahme selbstverständlich rückgängig gemacht würde, sobald die Lage sich bessern würde. Und – Herr Minister – so schmerzlich das ist, das verstehen wir auch.

Was wir allerdings nicht verstehen, ist die Tatsache, dass dieser Zustand entgegen den damaligen Beteuerungen bis heute andauert und dass das Land Niedersachsen uns diese Zahlungen seitdem Jahr für Jahr trotz Steuereinnahmen in Rekordhöhe weiter vorenthält. Jüngst teilte uns der niedersächsische Beamtenbund mit, dass bei der deshalb anhängigen Klage gegen das Land Niedersachsen die letzte mündliche Verhandlung Folgendes ergeben hätte:

Das Bundesverwaltungsgericht hat – unter Berücksichtigung der einschlägigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts – heute ausgeführt, dass es die Besoldung in Niedersachsen von 2005-2012 sowie 2014-2016 wohl für verfassungswidrig zu niedrig hält.

Es ist uns nicht klar, warum man seitens des Landes Niedersachsen so darum kämpft, den Leistungsträgern des Landes eine verfassungskonforme Besoldung vorzuenthalten. Abgesehen davon, dass uns das schwer verärgert, schreckt das auch potenzielle Interessenten für den Beruf der Berufsschullehrkraft ab. Wer möchte schon bei einem Arbeitgeber arbeiten, der so knauserig ist?

Vor allem dann, wenn es der Wirtschaft gut geht – so wie heute – ist das doppelt kontraproduktiv.
Wenn es überhaupt noch gelingt, Bewerber in die berufsbildenden Schulen zu locken, dann sind es in der Regel auch keine grundständig ausgebildeten Berufsschullehrkräfte mehr, sondern Seiteneinsteiger.

Hier liegt eine weitere Crux: Seitdem man notgedrungen mit der Möglichkeit des Seiteneinstiegs die Büchse der Pandora geöffnet hat, überlegen sich viele, tatsächlich erst ein rein technisches Studium zu absolvieren und dann eventuell, wenn sie in der Wirtschaft doch nicht so gut Fuß fassen können, doch noch einmal auf das Lehramt an berufsbildenden Schulen umzusatteln.

Gerade hier warnen uns unsere Verbandskolleginnen und -kollegen an den Seminaren, dass die Seiteneinsteiger an den berufsbildenden Schulen z.T. überfordert werden. Sie sind halt nicht pädagogisch vorgebildet und brauchen deshalb wesentlich mehr Betreuung, als ihnen zurzeit zugestanden werden kann. Hier müssen die dafür notwendigen Ressourcen deutlich aufgestockt werden, um die Unterrichtsqualität an den berufsbildenden Schulen zu erhalten.

Wenn wir gerade bei den Seminaren sind: Es ist nicht hinnehmbar, dass das Ministerium den Seminarleitern mal eben so die Dauer der Seminarstunden von 45 auf 60 Minuten heraufschraubt und so auf kaltem Wege für eine Arbeitszeiterhöhung sorgt. Wir fordern Sie deshalb auf, diese Maßnahme zurückzunehmen.

Fachtheorielehrkräfte, die an den Seminaren in der Qualifizierung von Fachpraxislehrkräften tätig sind, erhalten an den Seminaren eine allgemeine Stellenzulage von 150,- € pro Monat. Auch Fachpraxislehrkräfte sind in den Studienseminaren bei der Qualifizierung der Fachpraxislehrkräfte tätig und erfüllen die gleichen Aufgaben wie ihre Theorie-Lehrkräfte.

Trotz gleicher Tätigkeit erhalten die Fachpraxislehrkräfte die allgemeine Stellenzulage allerdings nicht. Das wird zurecht als große Ungerechtigkeit empfunden und wir bitte Sie herzlich, hier eine Gleichbehandlung herzustellen und auch den Fachpraxislehrkräften diese Stellenzulage zu zahlen.

Der Politik ist seit Langem bekannt, dass es an den berufsbildenden Schulen an Nachwuchs fehlt. Vor diesem Hintergrund ist es uns z.B. unerklärlich, dass Lehrkräfte für Fahrzeugtechnik zwar händeringend gesucht werden – ein entsprechender Studiengang dafür in Niedersachsen aber nicht geboten wird. Derlei Beispiele gibt es mehr. Hier bitten wir Sie dringend auf die Akkreditierung fehlender Studiengänge hinzuwirken bzw. die Schließung von LbS-Studiengängen rückgängig zu machen.

Aber zurück zur dringend gebotenen Attraktivitätssteigerung unseres Berufes: Berufsschullehrkräfte sind die einzigen Lehrkräfte, deren Lehrstoff sich durch die ständige Weiterentwicklung der Technik immer schneller ändert. Allein dadurch ergibt sich für die Berufsschullehrkräfte schon die Belastung, sich unablässig fachlich weiterbilden zu müssen. Darüber hinaus hat die Einführung von EFQM, die Notwendigkeit Lehrpläne selbst zu schreiben, didaktische Jahresplanungen zu erstellen und viele weitere Aufgaben, die in den letzten Jahren für uns hinzugekommen sind, zu einer Arbeitsverdichtung geführt, die viele Lehrkräfte an die Grenze der Belastbarkeit gebracht hat.

Auch das fällt Interessenten für unseren Beruf auf und ist ganz bestimmt nicht werbewirksam. Wir fordern deshalb für unsere Kollegien eine Rückführung der Lehrerarbeitszeit auf das Kerngeschäft Unterricht, eine Erhöhung der Anrechnungsstunden und für die Kolleginnen und Kollegen eine deutlich bessere, bedarfsgerechte Entlastung für die Praktikumsbetreuung in den Betrieben und für die Begleitung der externen praktischen Ausbildung an den Berufsfachschulen.

Zu den bereits bestehenden Belastungen kommt nun mit der Digitalisierung der Bildungswelt die nächste große Herausforderung auf unsere Kollegien zu. Es ist nicht damit getan, ein Whiteboard in den Klassenraum zu stellen und dann zu erwarten, dass der Unterricht schlagartig besser wird. Dazu gehört viel mehr:

Bezüglich der Sachmittel kann z.B. nur der flächendeckende Einsatz mobiler Endgeräte in Verbindung mit einer digitalen, allumfassenden Arbeitsumgebung den Schulen die Möglichkeit eröffnen, eine echte digitale Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten zu ermöglichen. Dazu braucht es auch einen starken Ausbau der WLAN-Netze in den Schulen mit entsprechend breitbandiger Anbindung. Es müssen handhabbare technische Voraussetzungen zur Kontrolle elektronischer Kommunikation gewährleistet sein, um sie im Unterricht zu steuern und zu filtern. Die Lehrkräfte werden bei dieser digitalen Revolution ihren Unterricht vollständig neu gestalten müssen – und das alles geht mit einem enormen Weiterbildungsbedarf und einem enormen Bedarf an zusätzlicher Zeit einher.

Darüber hinaus ergeben sich durch diese digitalen Veränderungen auch neue Anforderungen, die zwischen den Dualpartnern einvernehmlich abzustimmen sind. Die schulischen Curricula müssen daraufhin bedarfsgerecht angepasst werden.

Ich hoffe, dass dem Kultusministerium klar ist, dass es nicht damit getan ist, immer noch eine Schippe draufzulegen, sondern dass die Schulen für die Bewältigung dieser Aufgabe Ressourcen benötigen, die den Schulen auch zur Verfügung gestellt werden müssen. An vielen Fronten nehmen die Herausforderungen, denen sich berufsbildende Schulen stellen müssen, zu. Man muss beispielsweise einmal feststellen, dass die an die berufsbildenden Schulen kommenden SuS zunehmend weniger für eine Berufsausbildung verwertbare Kompetenzen mitbringen. Gründe dafür sind beispielsweise:

Neben der schulischen Begleitung der klassischen Berufsausbildung ist es deshalb in der Berufseinstiegsschule zunehmend auch unsere Aufgabe, SuS berufsausbildungsfähig zu machen, sie weiter zu qualifizieren, indem wir durch ein Angebot aus fachpraktischem, fachtheoretischem, Sport- und Förderunterricht unter Herausbildung von Softskills die Ausbildungsreife sicherstellen und möglichst auch den Hauptschulabschluss erteilen können.

Daneben müssen die berufsbildenden Schulen sich in den einjährigen Berufsfachschulen aber auch um die SuS kümmern, die keinen Ausbildungsplatz erhalten haben. Durch eine enge Verzahnung zwischen Theorie-, Fachpraxisunterricht und Praktikumsbegleitung muss auch weiterhin eine Teilqualifizierung mit dem Ziel möglich sein, diese als 1. Ausbildungsjahr in dem entsprechenden Berufsfeld anzuerkennen. In diesem Sinne wehren wir uns ausdrücklich dagegen, dass die schulischen Angebote der berufsbildenden Schulen von der Wirtschaft oft so betrachtet werden, als würden wir die Schülerinnen und Schüler absichtlich dem Ausbildungsmarkt vorenthalten. Das Gegenteil ist der Fall: In den berufsvorbereitenden Schulformen, bzw. in der einjährigen Berufsfachschule, werden Schülerinnen und Schüler erst ausbildungsreif gemacht, da sie die für eine Ausbildung fehlenden theoretischen, praktischen und häufig auch sozialen Fähigkeiten oft erst hier erlernen. Diese Schulformen sind also keine Konkurrenz für eine Ausbildung, sondern ermöglichen sie. Das ist ein Unterschied, der auch vom Kultusministerium ruhig öfter ins Feld geführt werden sollte, wenn es seitens der Privatwirtschaft wieder Begehrlichkeiten gibt, diese Schulformen zu beschneiden oder sogar schließen zu lassen.

Daneben können berufsqualifizierende Berufsfachschulen als eigenständige Schulform direkt auf die Berufstätigkeit vorbereiten, sie sind keine Konkurrenz zu bestehenden Ausbildungsgängen, sondern ergänzen diese mit ihrer besonderen Ausprägung. Hier möchte ich aus aktuellem Anlass ganz kurz auf Informationen aus der Landesarbeitsgruppe der Fachschule Sozialpädagogik zu sprechen kommen:

Bisher ist die Ausbildung zur Erzieherin / zum Erzieher so geregelt, dass die Auszubildenden in einem ersten Schritt innerhalb von zwei Jahren an der Berufsfachschule zur sozialpädagogischen Assistentin / zum sozialpädagogischen Assistenten ausgebildet werden und anschließend an der Fachschule in weiteren zwei Ausbildungsjahren zur Erzieherin / zum Erzieher Sozialpädagogik weitergebildet werden. Nun aber soll diese hochwertige Ausbildung von bisher 4 Jahren auf 3 Jahre verkürzt werden. Das bedeutet nicht nur einen Qualitätsverlust für die Ausbildung, sondern gleichzeitig würde auch der DQR von bisher 6 auf 4 fallen, sodass die Schülerinnen und Schüler auch keine Zugangsberechtigung mehr für ein Studium erhielten. Sehr geehrter Herr Minister: Diesen Plan lehnen wir vom Berufsschullehrerverband Niedersachsen entschieden ab und fordern Sie auf, alles dafür zu tun, damit die hohe Qualität dieser gesellschaftlich wertvollen Ausbildung erhalten wird.

Ebenso abzulehnen ist es, dass Berufsschullehrkräfte, die in der Ausbildung von Pflegekräften arbeiten, gezwungen werden sollen, Mitglied in der Niedersächsischen Pflegekammer zu werden. Keine anderen Lehrkräfte, welcher Berufe auch immer, sind gezwungen, einer Handwerkskammer oder einer Industrie- und Handelskammer beizutreten. Wir lehnen den Beitrittszwang zur Pflegekammer entsprechend entschieden ab.

Im Bereich der weiterführenden Schulformen haben neben den etablierten Bildungsgängen Fachoberschulen und Fachschulen sowie die beruflichen Gymnasien ihre Leistungsfähigkeit bewiesen.

In vielen Fällen kommen SuS mit ausgeprägten Vorstellungen ihrer beruflichen Zukunft an diese Schulen, um sich berufsbezogen für ein anschließendes Studium oder für einen Arbeitsplatz mit höherem Anforderungsprofil qualifizieren zu lassen.

Ihnen treten Lehrerinnen und Lehrer gegenüber, die aufgrund ihrer Sachkenntnis in den Schwerpunkten dieser Schulformen in besonderem Maße geeignet sind, berufliche Handlungskompetenz zu vermitteln. In jedem Fall ist sicherzustellen, dass diese Schulformen, besonders vor dem Hintergrund demografischer Veränderungen, weiterhin an den berufsbildenden Schulen erhalten bleiben.

Es muss unser gemeinsames Ziel sein, möglichst allen SuS durch geeignete Maßnahmen den Zugang zu einer beruflichen Ausbildung zu eröffnen.

Dies schließt ausdrücklich benachteiligte SuS, sowie SuS mit Migrationshintergrund mit ein. Hierfür müssen sowohl das Budget für die Schulen und Qualifizierungsmaßnahmen für unsere Kolleginnen und Kollegen vom Land bereitgestellt und die entsprechenden Rahmenbedingungen von Seiten des Schulträgers geschaffen werden.

Vor dem Hintergrund sinkender Schülerzahlen gibt es zuweilen Begehrlichkeiten von Schulträgerseite, Schulstandorte zu schließen oder zusammenzulegen. Dies ist nicht in unserem Sinne. Um es sehr klar zu sagen:

Der Berufsschullehrerverband Niedersachsen fordert weiterhin eine flächendeckende Versorgung mit berufsbildenden Schulen. Die Erfahrung lehrt, dass sich Ausbildungsbetriebe aus der Ausbildung zurückziehen, wenn berufsschulische Angebote, insbesondere in strukturschwachen Gegenden, nicht mehr aufrechterhalten werden. Insofern fordern wir das Kultusministerium auf, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass auch kleinere Schulstandorte erhalten werden und der Unterricht in kleinen Klassengrößen ermöglicht wird.

Mit diesen Worten schließe ich meine kurze Reise durch die Standpunkte des Berufsschullehrerverbands Niedersachsen und gebe das Wort an Sie weiter, sehr geehrter Herr Minister.

Da Weihnachten vor der Tür steht, bin ich sicher, dass Sie sehr viele gute Nachrichten für uns dabeihaben. Wir sind gespannt!

Herzlichen Dank!