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28. September 2018

IHKN Fokus Niedersachsen – Azubi-Zufriedenheitsumfrage 2018
Duale Ausbildung wird für Abiturienten zunehmend attraktiver

81 Prozent aller Azubis würden sich wieder für den gleichen Beruf entscheiden.

Wer sich für eine Duale Ausbildung entschieden hat, ist mit diesem Schritt zufrieden. Das zeigt die aktuelle Umfrage der IHK Niedersachsen (IHKN), an der sich knapp 5000 Auszubildende im letzten Lehrjahr beteiligt haben. Im Durchschnitt bewerteten die jungen Berufstätigen ihre Ausbildung in der Umfrage mit der Note 2,5 (2017 2,6); 81 Prozent würden sich wieder für ihren Beruf entscheiden. Dabei geben jüngere Auszubildende an, zufriedener zu sein als die älteren.

Eine weitere Erkenntnis für die IHKN: Je höher der Schulabschluss, desto besser ist die Bewertung der Auszubildenden (Abiturienten vergeben die Note 2,2). Für Dr. Horst Schrage, Hauptgeschäftsführer der IHKN, belegt das Ergebnis, dass die Ausbildung von den jungen Leuten, besonders auch von den Leistungsstarken, sehr viel besser bewertet wird als gelegentlich unterstellt: "Ausbildung ist attraktiv für alle Schulabsolventen, auch und gerade für Abiturienten“, so Schrage. Das zeigt auch ein weiterer Aspekt der Umfrage: Seit 2015 stieg der Anteil der Auszubildenden mit Abitur um fünf Prozentpunkte auf 31 Prozent. Damit hat fast ein Drittel der Auszubildenden in den IHK-Berufen Abitur.

Wichtigste Kriterien für die Wahl des Berufs sind für die Befragten der Spaß am Beruf (71 Prozent) und die guten Zukunftschancen (62 Prozent). Wert legen die jungen Leute auch darauf, dass der Ausbildungsplatz ihren Neigungen entspricht (54 Prozent). Bei der Wahl des Ausbildungsbetriebs spielt die Nähe zum Wohnort (57 Prozent) und zur Berufsschule eine wichtige Rolle, umso mehr, je jünger die Befragten sind. Die Erreichbarkeit von Ausbildungsbetrieb und Berufsschule sind somit ein wichtiger Garant für den Fortbestand der Ausbildung in der Region. Das spiegelt auch die Sicht der Unternehmen: Diese hatten in der letztjährigen IHKN-Ausbildungsumfrage geäußert, dass sie die standortnahe Beschulung als eine der wesentlichen Voraussetzungen für erfolgreiche Ausbildung sehen.

Weitere Kriterien bei der Suche nach einem Ausbildungsbetrieb sind für die Jugendlichen die Aussicht auf Übernahme (47 Prozent), das Image (40 Prozent) und gute Ausbildungsleistungen des Unternehmens (36 Prozent). Einen deutlich niedrigeren Stellenwert haben dagegen eine hohe Vergütung (10 Prozent) und die Möglichkeit, Auslandserfahrung zu sammeln (3 Prozent).

Bei der Suche nach dem richtigen Beruf setzten die jungen Leute am häufigsten auf die Beratung durch die Familie und von Freunden (68 Prozent). Einblicke durch ein Praktikum zu bekommen, half mehr als jedem zweiten bei der Berufswahl und für jeden Fünften mündete das Praktikum dann auch in einen Ausbildungsvertrag. Die Berufsberatung in der Arbeitsagentur empfanden 18 Prozent der Befragten als hilfreich und für 23 Prozent der Suchenden führten die Ausbildungsangebote der Arbeitsagentur zum Vertragsabschluss. Online-Angebote wie zum Beispiel die Website des Unternehmens wurden von 20 Prozent der Jugendlichen für die Suche nach dem Ausbildungsplatz, jedoch überdurchschnittlich häufig von Abiturienten (33 Prozent) genutzt.

Die Befragung zeigt nach Analyse der IHKN, wie die Jugendlichen die Ausbildungsdurchführung in Bezug auf die Unternehmenskultur, die Rahmenbedingungen, die Ausbildungsorganisation und die Beziehung zum Ausbilder einschätzen. Dabei wurden sie nach ihren Erwartungen sowie nach dem Erfüllungsgrad befragt. „Die Umfrage zeigt, worauf es den Jugendlichen ankommt: Ein angenehmes Betriebsklima, gut strukturierte Ausbildungspläne und Vermittlung der Ausbildungsinhalte, eine fundierte Vorbereitung auf die Prüfungen sowie eine regelmäßige Reflexion des Ausbildungsstandes“, fasst Volker Linde, IHKN-Sprecher für Bildung, Aus- und Weiterbildung, zusammen. „Aber es ist auch klar erkennbar: In diesen Handlungsfeldern haben die Unternehmen noch Luft nach oben, denn hier weichen die von den Azubis gegebenen Durchschnittsnoten am stärksten von den Erwartungen der jungen Leute ab!“

„Die Duale Berufsausbildung ist auch für die Fachkräftegewinnung ein Erfolgsmodell“, bilanziert Dr. Horst Schrage. „Ein Großteil der Ausgelernten bleibt der niedersächsischen Wirtschaft als qualifizierte Arbeitnehmer erhalten und sichert damit den Fachkräftebedarf.“ Knapp 72 Prozent der Umfrageteilnehmer erhielten von ihrem Ausbildungsbetrieb ein Übernahmeangebot, drei von vier Auszubildenden nehmen das Angebot an. Das heißt, mehr als jeder zweite Auszubildende bleibt dem Unternehmen auch nach seiner Ausbildung erhalten. Diejenigen, die nicht im Ausbildungsunternehmen bleiben, wechseln in ein anderes Unternehmen (10 Prozent aller Ausgelernten), beginnen ein Studium (9 Prozent), eine weitere Berufsausbildung (2 Prozent) oder berufliche Weiterbildung (3 Prozent). Der Rest ist noch auf der Suche (11 Prozent) oder unentschlossen (9 Prozent).