• BLV Niedersachsen Bild 01
  • BLV Niedersachsen Bild 02
  • BLV Niedersachsen Bild 03
  • BLV Niedersachsen Bild 04
  • BLV Niedersachsen Bild 05
  • BLV Niedersachsen Bild 06
  • BLV Niedersachsen Bild 07
Artikel drucken
05. Juni 2013

Fachkräftemangel macht sachgerechte Problemanalyse notwendig

Die Handwerkskammer Osnabrück-Emsland sieht in den vielfältigen Bildungsangeboten der Berufsschulen, den Partnern in der Dualen Ausbildung, die Ursache für den späten Eintritt der jungen Menschen ins Berufsleben.

Diese Behauptung bleibt unbewiesen. Der Vorsitzende des Berufsschullehrerverbandes Niedersachsen, Heinz Ameskamp, hält es für nicht zielführend, daraus Forderungen nach einem Abbau der Vielfalt an Bildungsangeboten abzuleiten. Wer die berufliche Bildung auf die duale Berufsausbildung beschränken will, stellt die Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner Bildung eklatant in Frage. Damit wird das derzeitige Problem, geeignete Auszubildende zu finden, verschärft.

Der Fachkräftemangel ist seit geraumer Zeit bekannt und wird zunehmend öffentlich diskutiert – die Ursachen sind vielschichtig. Sie erfordern eine vorurteilsfreie Problemanalyse, in der sowohl die oft in Frage gestellte Ausbildungsfähigkeit der Schulabsolventen als auch die Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten der angehenden Facharbeiter ihren Stellenwert haben.

Zudem werden ausbildungsfähige Jugendliche nicht nur im Handwerk, sondern auch in vielen anderen Branchen, z. B. der Gesundheit und Pflege, gesucht. Der Wettbewerb um junge Nachwuchskräfte ist mittlerweile in allen Branchen angekommen. Junge Menschen machen ihre Entscheidung für einen Ausbildungsplatz zunehmend von den Arbeitsbedingungen, die sie am Arbeitsplatz vorfinden, abhängig.

Die beste Werbung für die Gewinnung von Auszubildenden ist eine gute Ausbildung. Unsere jungen Menschen sind heute über moderne Kommunikationsmedien sehr gut vernetzt und tauschen sich regelmäßig aus.

Seit vielen Jahren wird der Begriff der Warteschleifen statt Weiterqualifizierung in der beruflichen Bildung debattiert. Dabei werden gesellschaftliche und betriebliche Veränderungen aber noch immer nicht im nötigen Umfang beachtet.

Zahlreiche problemlösende Kooperationen der Dualpartner sind im Land Niedersachsen erfolgreich angelaufen – diese sind ausbaufähig. Insbesondere wird so berufliche Bildung – in der Region und für die Region – vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und einer betriebs- und wohnortnahen Beschulung sichergestellt.